Was versteht man unter „älteren Weinen“ und wie unterscheidet sich ihre Trinkreife?
Als ältere Weine gelten Flaschen, die mehrere Jahre bis Jahrzehnte zwischen Abfüllung und Trinkreife liegen. Ihr Charakter verändert sich durch langsame Reifung: Tanninstrukturen bei Bordeaux-Weinen wie Château Margaux oder Château Latour werden weicher, Fruchtaromen entwickeln tertiäre Noten (Teer, Leder, Tabak), und Säureprofile bei Burgundern wie Domaine de la Romanée-Conti oder trockenen Rieslingen (z. B. Egon Müller) bauen komplexe Honig- und Petrolnoten auf. Trinkreife hängt von Rebsorte, Ausbau, Lagerbedingungen und Vintage ab: viele hochwertige Bordeaux oder Burgunder erreichen ihren Höhepunkt erst nach 10–30 Jahren, während fein strukturierte Rieslinge bei kühler Lagerung über Jahrzehnte hinweg an Eleganz gewinnen.