Was bedeutet "trocken" bei gereiften Rieslingen und wie verändert sich die Säurestruktur mit der Zeit?
"Trocken" bezeichnet bei Wein den Restzuckergehalt: praktisch kein spürbarer Zucker im Geschmack. Bei gereiften trockenen Rieslingen bleibt die charakteristische hohe Säure oft noch lange präsent, kann sich aber mit der Reife harmonisieren und runder werden. Die anfänglich scharfe Jugend-Säure wandelt sich in eine reifere, weichere, oft salzige Säure, die zusammen mit tertiären Aromen (Petrol, Honig, getrocknete Steinfrüchte) für Komplexität sorgt. Produzenten wie Lauer, Heymann-Löwenstein oder Spreitzer zeigen bei trocken ausgebauten Rieslingen besonders prägnante Säureprofile, die Alterung positiv tragen.