Welchen Einfluss haben Jahrgangsunterschiede auf Riesling und Spätburgunder und wie bewertet man sie fachkundig?
Jahrgangsunterschiede prägen Säure, Reifegrad und Tanninstruktur: kühle, feuchte Jahre fördern lebendige Säure und Lagerfähigkeit bei Riesling, warme, reifere Jahre bringen mehr Frucht und Alkohol bei Spätburgunder. Experten vergleichen Jahrgänge anhand von Wetterdaten, Mostgewichten und Jahrgangsberichten; ein Zusammenspiel aus Kellerarbeit und Lagenqualität entscheidet, ob ein Jahrgang eher sofort trinkreif oder als Altersreserve geeignet ist. Zur Einordnung nutzt man Benchmarks aus dem Burgund (Domaine de la Romanée-Conti) oder aus Bordeaux (Château Latour), da dort Jahrgangssensitivität intensiv dokumentiert ist.