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Zweitwein Ch. Latour
Als Zweitwein ist Les Forts de Latour weniger im Zentrum spekulativer Sammlerstrategien als das Château Latour Grand Vin, doch seltene, gut erhaltene Jahrgänge können für Weinliebhaber und konservative Sammler interessant sein. Marktwert wird durch Jahrgangsreputation, Provenienz, Flaschenzustand und Original-Holzkiste beeinflusst; langfristiges Investmentpotenzial ist moderater, Trinkgenuss und Verfügbarkeit stehen häufig im Vordergrund.
Les Forts de Latour ist der Zweitwein des Château Latour aus Pauillac, Bordeaux. Er stammt aus ähnlichen Parzellen wie der Grand Vin, wird aber selektiver assemblitiert und oft früher trinkreif vinifiziert. Typisch ist ein Cabernet-Sauvignon-dominiertes Bouquet mit Merlot- und gelegentlich Cabernet-Franc-Anteilen; die Textur ist strukturiert, jedoch in der Regel zugänglicher und weniger langlagerfähig als das Château Latour Grand Vin.
Wichtige Nachweise sind aussagekräftige Fotos von Vorderlabel, Rückenlabel, Kapsel, Hals und Boden, Angaben zum Füllstand, Lagerhistorie oder Kellerbucheinträge, Auktions- oder Händlerprovenienz sowie eventuelle Etikettenrückstände oder Reparaturspuren. Bei hochpreisigen Objekten lohnt sich zusätzlich ein fachkundiges Gutachten oder eine Gutachterbegutachtung und die Absicherung durch Transportversicherung und dokumentierte Kühlkette.
Die Original-Holzkiste (OHK) bzw. Original Wooden Case (OWC) oder Original Case (OC) ist ein wichtiges Indiz für lückenlose Provenienz und kann Auktionserlöse positiv beeinflussen. Eine intakte OHK erhöht Vertrauen in sachgerechte Lagerung bei Weinen wie Les Forts de Latour; Zustand der Kiste, Versandetiketten und begleitende Dokumente sind für Sammler und Händler bei der Wertbestimmung relevant.
Der Jahrgang 1977 in Bordeaux gilt als eher schwierig und variabel; viele Lagen brachten reifere, früh zugängliche Weine mit reduzierter Säure im Vergleich zu klassischen Spitzenjahrgängen. Für einen Pauillac wie Les Forts de Latour bedeutet das, dass herausragende Erzeuger durchaus langlebige Exemplare erzeugen konnten, die heute tertiäre Aromen zeigen; die Qualität einzelner Flaschen hängt jedoch stark von Herkunft, Lagerung und Flaschenzustand ab.
Bei gereiften Flaschen treten primäre Fruchtaromen zurück und tertiäre Noten treten hervor: Leder, Tabak, getrocknete Schwarzkirsche, Zedernholz, Erde und Pilznoten sind typisch. Die Tannine sollten abgerundet sein, die Farbe zeigt oft ziegelrote Ränder; die konkrete Ausprägung variiert je nach Jahrgangsqualität, Ausbau und Lagergeschichte des Château Latour.
Langfristige Lagerung erfordert konstante 10–14 °C, 60–80 % relative Luftfeuchte, dunkle, vibrationsarme Verhältnisse und horizontale Flaschenlagerung. Vor dem Servieren alte Bordeaux vorsichtig auf Sediment prüfen, langsam dekantieren und je nach Zustand 30–120 Minuten atmen lassen; Serviertemperatur 16–18 °C mit großem Rotweinglas fördert Aromenentfaltung.
Füllstände werden in Codes wie HF (High Fill), IN (Into Neck), TS (Top Shoulder), VHS (Very High Shoulder), MS (Mid Shoulder) und LS (Low Shoulder) angegeben. Für einen über 40 Jahre alten Bordeaux sind HF und IN ideal, TS ist bei diesem Alter noch akzeptabel, VHS sollte gewarnt betrachten lassen und MS/LS signalieren ein hohes Risiko für Oxidation oder Korkfehler. Immer Fotos von Flasche und Hals prüfen und im Zweifel Expertenrat einholen.
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