150 €
1 Flasche, VB
Der Füllstand ist ein zentraler Indikator für Flaschenalter und -zustand. Gängige Kategorien: HF (High Fill) = perfekter Füllstand nahe am Kork, IN (Into Neck) = sehr guter Füllstand im Hals, TS (Top Shoulder) = akzeptabel bei >15–20 Jahre alten Flaschen, VHS (Very High Shoulder) = erste Oxidationsanzeichen möglich, MS/LS (Mid/Low Shoulder) = hohes Risiko für stark gealterte oder oxidierte Weine. Bei einem Wein aus den 1980er-Jahren sollte idealerweise HF bis TS vorliegen; VHS und darunter geben Anlass zu Vorsicht und erhöhen das Risiko einer Fehlentwicklung.
Der Jahrgang 1986 gilt in Bordeaux insgesamt als sehr gut bis ausgezeichnet, mit warmen Jahren und reifen, gut strukturierten Weinen, die über Jahrzehnte lagerfähig sind. Im Médoc profitierten vor allem kalk- und kieslastige Lagen von gleichmäßiger Reife; Spitzengewächse aus Château-Lagen entwickelten langlebige Tannine und konzentrierte Frucht. Entscheidender Faktor bleibt die Qualität des Produzenten und die spätere Lagerung; schlecht gelagerte Exemplare verlieren auch von großen Jahrgängen erheblich.
Bewertungen von Robert Parker (Wine Advocate), Vinous (Antonio Galloni), James Suckling oder Jancis Robinson können Marktpreise deutlich beeinflussen: hohe Punktzahlen erhöhen Nachfrage, Sichtbarkeit bei Auktionen und Händlern sowie den Wiederverkaufswert. Bei gut bewerteten Jahrgängen von namhaften Châteaux führen Score-Revisionen oder Retrospektivbewertungen oft zu Preissprüngen; bei weniger bekannten Erzeugern spielen Bewertungen die Rolle, Kaufinteresse und Vergleichswerte zu etablierteren Gewächsen herzustellen.
Das Médoc auf der linken Seite der Gironde ist geprägt von Kies- und Sandgründen, die ideal für Cabernet Sauvignon sind. Typische Eigenschaften sind ausgeprägte Tanninstruktur, klare Frucht (Cassispflaume), mineralische Noten und ein hohes Lagerpotenzial. Erzeuger wie Château Margaux, Château Latour oder Château Mouton Rothschild zeigen diese Charakteristika auf höchstem Niveau; kleinere Namen aus dem Médoc wie La Voute Dupuy folgen oft demselben Rebsortenmix (Cabernet Sauvignon-dominant, ergänzt durch Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot) und bieten vergleichbare Stilnoten, jedoch meist mit weniger Prestige- und Preisaufschlag.
OHK steht für Original-Holzkiste, OC für Original Case und OWC für Original Wooden Case. Das Vorhandensein der originalen Kiste steigert meist den Sammlerwert, da sie zusätzliche Provenienz belegt und oft für bessere Lagerung (stabile Bedingungen) steht. Bei älteren Bordeauxflaschen kann eine komplette, unbeschädigte OHK einen merklichen Preisaufschlag bedeuten, insbesondere bei limitierten Partien oder gut dokumentierten Château-Lieferungen.
Die Standardflasche für Bordeaux ist 0,75 l (75 cl). Weitere gebräuchliche Formate: 0,375 l (Demi), 1,5 l (Magnum), 3,0 l (Doppelmagnum), 6,0 l (Imperial im Bordeaux-Format), 9,0 l (Salm). Größere Formate altern oft langsamer und gelten bei Lagerung und Reifung als vorteilhaft; für Sekundärmarktbewertungen ist die Kenntnis des Formats wichtig, da Magnum- oder Doppelmagnum-Exemplare meist andere Preis- und Trinkprofile aufweisen als Standardflaschen.
Der Preis hängt von Produzentenprestige, Kritikerbewertungen, Füllstand, Etikett- und Kapselzustand, Provenienz und Auktionsergebnissen vergleichbarer Lose ab. Top-Châteaux erzielen oft vier- bis fünfstellige Summen, während wenig bekannte Médoc-Erzeuger in günstigen Fällen im dreistelligen Eurobereich gehandelt werden. Zur realistischen Einschätzung sollten vergleichbare Auktionsresultate (Christie’s, Sotheby’s), Fachhändlerangebote und aktuelle Marktplatzdaten herangezogen sowie evtl. ein Zustandsbericht eines Fachhändlers eingeholt werden.
Provenienz (Herkunftsnachweis wie Rechnungen, Händlerdokumente, Auktionseinträge) und durchgängige, kellerkonstante Lagerung (8–14 °C, 60–75 % Luftfeuchte, dunkel) sind entscheidend für Trinkreife und Werterhalt. Ungünstige Lagerbedingungen führen zu erhöhtem Ullage, Korkschäden oder Oxidation. Für Sammler und Investoren sind saubere Eigentums- und Lagernachweise oft Voraussetzung für einen guten Preis oder Auktionsteilnahme.
VB steht für Verhandlungsbasis. Bei Weinpreisen signalisiert die Abkürzung, dass der genannte Betrag nicht fix ist und Verhandlungsspielraum besteht. Für Käufer und Verkäufer ist es üblich, Vollständigkeit der Unterlagen, Flaschenzustand und Liefermodalitäten in die Preisverhandlung einzubeziehen; ein realistischer Marktwert ergibt sich aus der Kombination von Zustand, Provenienz und vergleichbaren Transaktionen.
9999 €
146 €
145 €
140 €
3000 €
15 €