150 €
einzel oder zusammen
Ullage bezeichnet den Flüssigkeitsstand im Flaschenhals und ist ein Schlüsselindikator für Alterung und mögliche Oxidation. HF (High Fill) bedeutet perfekter Füllstand, IN (Into Neck) sehr guter Füllstand, TS (Top Shoulder) ist bei alten Weinen akzeptabel, VHS (Very High Shoulder) zeigt erste Oxidationsanzeichen, MS (Mid Shoulder) und LS (Low Shoulder) signalisieren hohes Risiko für geschmackliche Schäden. Beim Kauf älterer Flaschen sollten Bilder des Halses vorliegen und bei MS/LS besondere Vorsicht walten – gegebenenfalls professionelle Einschätzung einholen.
Bei Einzelkäufen richtet sich der Preis nach Zustand, Jahrgang, Kritikerpunkten und Marktvergleich; Premiumflaschen erzielen einen Aufschlag gegenüber Standardangeboten. Komplettkäufe (Kisten oder gemischte Lots) werden häufig mit einem Mengennachlass angeboten, der Versand-, Verwaltungs- und Zeitkosten abdeckt. Transparente Auflistung von Einzelpreisen, Zustand, Füllständen und Originalverpackung sowie klare Versand- und Versicherungsbedingungen erhöhen Vertrauenswürdigkeit und erleichtern eine faire Preisfindung.
Junge, tanninreiche Bordeaux profitieren oft von Dekantieren (30–90 Minuten) zur Belüftung; ältere Bordeaux nur kurz oder vorsichtig dekantieren, um Sedimente zu schonen. Burgunder (Pinot Noir) sollten je nach Fülle und Alter 15–45 Minuten atmen, sehr alte Burgunder eher direkt serviert. Neue Welt Weine (z. B. kraftvolle Cabernet Sauvignon oder Shiraz) können länger dekantieren, um Frucht und Tannine zu öffnen. Serviertemperaturen: leichte Weißweine 8–10 °C, vollere Weißweine 10–12 °C, Rotweine 14–18 °C. Glaswahl und langsame Temperaturangleichung verbessern Aromenfreisetzung und Genuss.
OHK steht für Original-Holzkiste, OC für Original Case (Originalkiste) und OWC für Original Wooden Case (Original-Holzverpackung). Originalverpackungen dokumentieren Provenienz, vermindern Bruchrisiko beim Transport und steigern den Sammlerwert, besonders bei Prestigeprodukten von Châteaux oder renommierten Weingütern. Eine vollständige OHK/OC/OWC‑Ausstattung kann den Marktwert deutlich erhöhen, weil Käufer zusätzliche Sicherheit über die Lagergeschichte und Handelskette erhalten.
Einzelne Flaschen erzielen oft höhere Preise pro Flasche, weil Sammler gezielt Jahrgangs- oder Château-spezifische Lücken schließen. Gemischte Pakete sind attraktiver für Käufer, die eine Auswahl suchen oder Geschenke planen und reduzieren Verwaltungs- und Versandaufwand. Für Händler und Sammler lohnt sich die Abwägung zwischen Liquidität (Einzelverkauf) und schnellem Umsatz bzw. Lagerabbau (Paket). Transparente Angaben zu Herkunft, Füllstand (Ullage) und Verpackung steigern die Kaufbereitschaft in beiden Szenarien.
Provenienz prüfen: Lieferbelege, Auktionszettel oder Lagerlisten sind essenziell. Etikett, Kapsel, Rückensiegel und Korkbild mit typischen Eigenschaften der Hersteller vergleichen; seltene Châteaux wie Château Lafite Rothschild oder Château Margaux sowie das Burgunder-Ikon Domaine de la Romanée-Conti zeigen erkennbare Druck- und Prägequalitäten. Bei hochpreisigen Weinen empfiehlt sich eine Authentifizierungsprüfung durch spezialisierte Dienstleister oder Rücksprache mit Auktionshäusern, ebenso wie der Vergleich mit bekannten Referenzbildern und Vergabe von Labortests im Zweifelsfall.
Nicht alle Weine sind Anlageobjekte; das Investmentpotenzial hängt von Herkunft, Weingut, Jahrgang, Lagerzustand und Kritikerwerten ab. Referenzen wie Château Lafite Rothschild oder Domaine de la Romanée-Conti haben historisch höhere Nachfrage, doch auch gut bewertete Jahrgänge von Weingütern wie Château Margaux oder Top‑VDP‑Erzeugern können attraktiv sein. Kritikerbewertungen (RP / WA = Robert Parker / Wine Advocate, JS = James Suckling, VN = Vinous/Antonio Galloni) und Marktnachfrage beeinflussen Preisentwicklung; außerdem sind Lagerkosten, Versicherung, Herkunftsbelege und ein klarer Exit‑Plan (Auktion, Fachhandel) zu berücksichtigen.
Konstante Temperatur 10–14 °C, relative Luftfeuchte 60–80 % und dunkle, vibrationsfreie Umgebung sind universell sinnvoll. Bordeaux profitiert von etwas kühleren, gleichmäßigen Bedingungen für lange Reife; Burgund wechselt stärker mit sensibleren Pinot-Noir-Flaschen, die regelmäßige Kontrolle von Füllstand (Ullage) brauchen. Bei deutschen VDP‑Weingütern (VDP steht für Verband Deutscher Prädikatsweingüter) sind Reifefenster je nach Prädikat (Kabinett, Spätlese, Auslese) zu beachten: Kabinett/Spätlese benötigen oft längere Reife zur Entwicklung, BA/TBA (Beerenauslese / Trockenbeerenauslese) sollten sehr schonend gelagert werden.
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