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Wertbildende Faktoren sind Provenienz (saubere Lagerhistorie), Original-Holzkiste (OHK) oder Originalverpackung, ein guter Füllstand (Ullage) sowie unversehrte Etiketten und Kapseln. Weitere Hebel sind die Reputation des Weinguts (Domaine, Château, Weingut), die Produzentenmenge, Kritikerbewertungen und die allgemeine Marktliquidität. Klassifikationen wie der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) bei deutschen Spitzenlagen, En-Primeur-Käufe (EP, En Primeur) oder besondere Jahrgangscharaktere können zusätzlich Einfluss auf Angebot und zukünftigen Wertezuwachs haben.
Pinot Noir ist weltweit für seine feine Frucht, rote Beeren, florale Noten und oft erdige Nuancen bekannt; die Textur reicht von seidig bis mittelkräftig, je nach Herkunft und Ausbau. Der Begriff Domaine wird typischerweise in Burgund verwendet und weist auf einen Lagenfokus hin (Beispiele: Domaine de la Romanée-Conti als Referenz für burgundische Feinheit), Château findet man eher in Bordeaux, und Weingut ist die allgemeine deutsche Bezeichnung für einen Betrieb mit meist regionaler Identität. Clos bezeichnet eine von Mauern umgebene Parzelle und signalisiert oft historische Einzellagen, während die Handschrift des jeweiligen Weinguts über Rebschnitt, Ertragsbegrenzung und Holzbehandlung entscheidet und damit Stil und Lagerfähigkeit stark prägt.
Standardflasche (0,75 l) ist gebräuchlich, Magnum (1,5 l) altert tendenziell langsamer und gilt bei Sammlern als besonders wertvoll, Doppelmagnum (3,0 l) und größere Formate wie Imperial (6,0 l) bieten noch stabilere Reifebedingungen und sind rarer. Halbe Flaschen (0,375 l) entwickeln sich schneller und eignen sich weniger für lange Lagerung. Größere Formate werden oft bei besonderen Abfüllungen von Domänen, Châteaux oder renommierten Weingütern eingesetzt und erzielen wegen Seltenheit und Lagerstabilität meist höhere Preise.
Langfristige Lagerung erfolgt ideal bei konstanter Temperatur von rund 10–14 °C, moderater Luftfeuchte (60–75 %) und ohne Licht- oder Temperaturschwankungen, Flaschen liegend zur Korkfeuchte. Vor dem Genuss können ältere Pinot Noirs von einer kurzen Dekantierzeit (15–45 Minuten) profitieren, sehr gereifte Jahrgänge eher nur vorsichtig, um flüchtige Aromen zu bewahren. Glaswahl (Burgunderglas) und eine moderate Serviertemperatur von 14–16 °C heben die feine Aromatik und Eleganz dieses Rebsortentyps.
Kritikerstimmen können Nachfrage und Preise deutlich beeinflussen: Nennenswerte Namen sind Robert Parker / Wine Advocate, James Suckling, Jancis Robinson, Jeb Dunnuck und Vinous (Antonio Galloni). Gute Bewertungen steigern Sichtbarkeit und Sekundärmarktnachfrage, ersetzen aber nicht Faktoren wie Provenienz, Lagerhistorie und Rarität. Für Sammler sind sowohl Punktbewertungen als auch qualitative Verkostungsnotizen, Veröffentlichungszeitpunkt und die Reputation des betreffenden Weinguts (Domaine/Château/Weingut) relevant.
Der Jahrgang 2019 gilt in vielen Anbaugebieten als warm und sonnig mit reiferer Frucht, klarer Fruchtkonzentration und meist zugänglichen, weichen Tanninen; die genaue Ausprägung hängt jedoch stark vom Terroir ab. In kühleren Lagen bleibt die Säurestruktur erhalten, weshalb diese Weine ein gutes Lagerpotenzial zeigen können, während wärmere Lagen oft früher Trinkreife erreichen. Entscheidend sind das Weingut, die Parzelle und der Ausbau (Holzfass, Ganztraubenvergärung) — Faktoren, die auch bei herausragenden Domänen oder renommierten Châteaux den Stil prägen.
OHK steht für Original-Holzkiste, OC für Original Case und OWC für Original Wooden Case; alle drei Bezeichnungen weisen darauf hin, dass Flaschen in der vom Weingut gelieferten Verpackung vorliegen. Originalverpackungen unterstützen die Nachweisführung der Herkunft (Provenienz) und können den Marktwert erhöhen, weil sie Manipulationen und Umlagerungen schwieriger machen. Für Sammler und Auktionen sind Original-Holzkisten zudem logistischer und optischer Mehrwert beim Transport, bei Präsentation und bei der langfristigen Archivierung.
Ullage beschreibt den Flüssigkeitsstand in der Flasche und ist ein zentraler Gesundheitsindikator älterer Weine. HF (High Fill) ist optimal, IN (Into Neck) sehr gut, TS (Top Shoulder) akzeptabel bei Weinen älter als 15–20 Jahre. VHS (Very High Shoulder) signalisiert erste Oxidationszeichen, MS (Mid Shoulder) und LS (Low Shoulder) stehen für erhöhtes Risiko eines geschädigten Weins. Bei Auktionen und beim Sekundärmarkt fließen Füllstände direkt in Bewertung und Preis ein, daher sind sorgfältige Fotos und genaue Beschreibungen wichtig.
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