55 €
Kühl und dunkel gelagert
Savagnin ist eine autochthone weiße Rebsorte des Jura, zentral für klassische Stile wie Vin Jaune. Im Gegensatz zu Chardonnay zeigt Savagnin oft ausgeprägte aromatische Noten von grüner Walnuss, Kräutern, Zitrus und einer würzig‑oxidativen Signatur. Im Jura arbeiten Produzenten wie Château d'Arlay (Arlay), Domaine Tissot (Arbois), Jean‑François Ganevat (Rotalier) oder Domaine Macle mit Savagnin sowohl in reduktiven als auch in oxidativen Ausbauformen; Chardonnay hingegen liefert häufiger buttrigere, vanillige Profile bei Ausbau im neuen Holz.
Ein Savagnin aus dem Jahrgang 2020 zeigt typischerweise frische Zitrusnoten (Zitrone, Limette), grüne Nuss‑ und Kräutertöne sowie mineralische Nuancen. Wird er oxidativ oder als Vin Jaune ausgebaut, treten Aromen von Walnuss, Curry, Dörrobst und getrockneten Kräutern hervor. Die Säurestruktur bleibt bei verantwortlicher Kellerarbeit frisch genug, sodass die Weine sowohl jung Trinkfreude als auch Lagerfähigkeit besitzen.
Savagnin profitiert von kuehler, konstanter Lagerung: ideal sind 10–14 °C, Dunkelheit, geringe Vibrationen und eine relative Luftfeuchte von 60–75 %. Flaschen sollten liegend gelagert werden, wenn ein Naturkorken ausgeschlossen ist. Licht und Temperaturschwankungen beguenstigen Alterungsdefekte; daher sind kuehle und dunkle Kellerräume oder ein temperaturstabiles Weinlager empfehlenswert.
OHK steht fuer Original‑Holzkiste. Eine OHK dokumentiert oft originalen Versand und sorgfaeltige Lagerung seit der Abfuellung; fuer Sammler steigert sie Substanz und Nachweis der Provenienz. Bei hochpreisigen Jurawelten oder vergleichbaren Raritaeten kann eine intakte OHK den Wiederverkaufswert erhoehen, da sie Schutz und Authentizitaet signali siert.
Ullage‑Bewertung richtet sich nach Alter: Fuer eine 2020er‑Flasche (sehr jung bis mitteljung) gelten High Fill (HF) oder Into Neck (IN) als ideal. Top Shoulder (TS) kann akzeptabel sein, waehrend Mid Shoulder (MS) oder Low Shoulder (LS) bei so junger Flaschen auf Pflegeprobleme hinweisen. Immer Flaschenboden und Hals gegen Licht prüfen und bei Unsicherheit Expertenrat einholen.
Der Sekundaermarkt fuer Savagnin ist spezialisiert: Spitzenproduzenten wie Jean‑François Ganevat, Domaine Tissot, Domaine Macle oder Pierre Overnoy erzielen hoehere Preise. Werttreiber sind Produzentenname, Herkunftslage (z.B. Arbois), Ausbauart (Vin Jaune vs. reduktiv), Flaschenzustand, Füllstand, Originalverpackung (OHK/OWC/Original Case) und Kritikerbewertungen (z. B. Robert Parker/Wine Advocate, James Suckling, Vinous). Seltene Grossformate und dokumentierte Provenienz steigern das Nachfragepotenzial; dennoch bleiben Savagnin‑Weine in der Regel ein Nischenmarkt im Vergleich zu Bordeaux oder Burgund.
Serviertemperatur fuer Savagnin liegt bei 10–12 °C; bei oxidativem Vin Jaune kann leicht erhöh te Temperatur (12–14 °C) die aromatische Entfaltung foerdern. Ein tulpenfoermiges Weissweinglas betont die feinen Nuancen. Klassische Pairings sind gereifter Comté, gebeizter Lachs, Gefluegel mit cremigen Saucen, aber auch asiatische Gerichte mit Soja oder Curry, die die nussigen und würzigen Noten des Savagnin unterstreichen.
Auf dem Etikett laesst sich oft direkt ablesen, wenn ein Wein als Vin Jaune gekennzeichnet ist; typische Hinweise sind Begriffe wie "Vin Jaune", "élevage sous voile" oder "non ouillé". Angaben zur Rebsorte (Savagnin) und zur Appellation (z. B. Arbois, Côtes du Jura) helfen ebenso. Fehlt die explizite Nennung, deutet hohes Alterungsalter, minimale Schwefelangaben und traditionelle Erwähnungen von Eichenfassreifung oder langer Lagerdauer auf oxidativen Ausbau hin. Im Zweifelsfall klärt ein Blick in technisches Blatt des Weinguts oder eine Anfrage an den Produzenten.
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