Wie unterscheiden sich Reifeprofile zwischen Weinen aus den Jahrgängen 1964 bis 2022?
Weinjahrgänge über einen Zeitraum wie 1964–2022 decken sehr unterschiedliche Reifestadien ab: Weine aus den 1960er und 1970er Jahren (z. B. gereifte Bordeaux oder Sauternes) zeigen oft tertiäre Aromen (Tabak, Leder, getrocknete Früchte, Honig) und benötigen eine genaue Prüfung des Füllstands und des Korkzustands. Klassiker der 1980er und 1990er Jahre können sich noch in einer luxuriösen Trinkphase befinden, abhängig von Region und Lagerung. Neuere Jahrgänge (2000er bis 2020er) – etwa Premier Crus aus Bordeaux oder hochwertige Weißweine wie Tement Zieregg 2019 – haben meist noch primäre Frucht, Gerbstoffstruktur und Lagerkapazität. Entscheidend sind Herkunft (Bordeaux, Burgund, Mosel, Pfalz), Rebsorte, Ausbau und vor allem Lagerbedingungen: kühle, konstante Temperatur, moderate Luftfeuchte und schonende Lichtverhältnisse verlängern die positive Entwicklung erheblich.