Wie unterscheiden sich ältere Weine aus Bordeaux, Burgund und Deutschland im Alterungsverhalten?
Bordeaux-Weine (z. B. Château Lafite Rothschild, Château Margaux) reifen oft über Jahrzehnte durch kräftige Tannine und konzentrierte Frucht, die Gerbstoffe strukturgebend integrieren. Burgundische Spitzen (z. B. Domaine de la Romanée-Conti, kurz DRC) entwickeln bei langer Flaschenreife eine feingliedrige Textur, tertiary Aromen wie Waldpilz, Leder und Trüffel und behalten oft eine prägnante Säure. Deutsche Spitzen (z. B. Weingut Keller, Weingut Robert Weil, Weingut Egon Müller) zeigen bei Lagerung ein komplexes Spektrum von petroligen Noten bis hin zu Honig und getrockneten Früchten, wobei die Säure die Entwicklung entscheidend trägt. Generell gilt: Tannin- und Säurestruktur, Alkoholgehalt und ursprüngliche Extraktdichte bestimmen, wie harmonisch und lange ein Wein reifen kann.