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la tache 2017 grand echezeux 2018
Spitzen‑Burgunder aus Vosne‑Romanée reifen langsam: bei optimalen Lagerbedingungen entwickeln sich La Tâche oder Grands Échézeaux über Jahrzehnte. Allgemeine Orientierungswerte sind 15–30 Jahre für volle Entwicklungsphase; viele Flaschen von herausragender Herkunft und exzellenter Qualität können 30–50+ Jahre Reifefähigkeit besitzen. Entscheidend sind Herkunft, Jahrgang, Ausbau und Lagerbedingungen: konservative Temperatur, stabile Luftfeuchte und wenig Vibrationen verlängern das Alterungspotenzial.
Ullage beschreibt den Flüssigkeitsstand in der Flasche und ist ein zentraler Indikator für den Zustand alter Weine. Gängige Begriffe: HF (High Fill) = perfekter Füllstand, IN (Into Neck) = sehr guter Stand im Hals, TS (Top Shoulder) = akzeptabel für Flaschen älter als 15–20 Jahre, VHS (Very High Shoulder) = erste Oxidationszeichen möglich, MS (Mid Shoulder) / LS (Low Shoulder) = deutlich erhöhtes Risiko für oxidierte oder geschrumpfte Inhaltsstoffe. Je älter die Flasche, desto mehr wird ein leichter Rückgang toleriert, aber MS/LS bedeuten meist substanziellen Qualitätsverlust und einen hohen Risikoabschlag beim Preis.
OHK steht für Original‑Holzkiste, OC für Original Case und OWC für Original Wooden Case. Diese Bezeichnungen signalisieren, dass Flaschen noch in der ursprünglich vom Hersteller gelieferten Verpackung verwahrt werden. Für Sammler und den Sekundärmarkt steigern Originalkisten häufig den Wert, weil sie Provenienz und schonende Lagerung dokumentieren. Gerade bei sehr seltenen Burgundern wie DRC‑Abfüllungen (Domaine de la Romanée‑Conti) wird das Vorhandensein der Originalkiste bei Auktionen und beim Wiederverkauf als Qualitätsmerkmal gewertet.
Die Parzellen unterscheiden sich in Größe, Besitzverhältnissen und Bodenfeinstruktur: La Romanée‑Conti und La Tâche sind sehr kleine, extrem streng definierte Grand‑Cru‑Monopole mit hoher Konzentration an Kalk‑ und Mergelböden, was zu sehr fokussierten, terroirgeprägten Weinen führt. Grands Échézeaux ist flächenmäßig größer und hat mehrere Eigentümer, weshalb hier ein breiteres Spektrum an Stilistiken und Qualitäten zu finden ist. Bei allen drei Lagen dominiert Pinot Noir; entscheidend sind Pflanzalter, Dichte, Hanglage und mikroklimatische Unterschiede.
Lagerung: konstant bei 10–13 °C, 60–75 % relative Luftfeuchtigkeit, dunkel und vibrationsfrei; Flaschen liegend, mit stabiler Temperatur ohne häufige Schwankungen. Versicherung und regelmäßige Inventur sind für hochpreisige Bestände sinnvoll. Servieren: aromaschonend temperieren (ca. 15–18 °C für gereifte, 16–18 °C für jüngere Premier‑Displays), geeignete Burgund‑Gläser verwenden und bei jüngeren Grand‑Cru‑Weinen eine leicht längere Belüftung (Dekantieren) prüfen. Sehr alte Flaschen sollten vorsichtig geöffnet und kurz decantiert werden, um Sediment zu schonen; Probeschluck vor dem Servieren für Anpassung der Dekantierzeit ist empfehlenswert.
Die Jahrgänge 2017 und 2018 unterscheiden sich klimatisch deutlich: 2017 war in vielen Teilen Burgunds warm mit frühzeitigem, sorgfältigem Lesetermin – die Weine zeigen oft Frische, präzise Säure und elegantere Tannine bei guter Konzentration. 2018 war allgemein sehr warm bis heiß, was zu reiferen, opulenteren Pinot‑Noirs mit kräftiger Farbe und höherem Extrakt führte; bei mangelnder Selektion konnten allerdings Fülligkeits- statt Präzisionscharakteristik auftreten. Bei beiden Jahrgängen spielt die strenge Traubenselektion und die Kellerführung eine große Rolle für Alterungspotenzial und Stil.
Domaine de la Romanée‑Conti (DRC) ist ein historisches Spitzenweingut in Vosne‑Romanée an der Côte de Nuits, das weltweit für seine Grand‑Cru‑Pinot‑Noirs bekannt ist. La Romanée‑Conti und La Tâche sind bei DRC als Monopole ausgewiesen, das heißt diese Climats werden exklusiv vom Weingut bewirtschaftet. Grands Échézeaux ist ebenfalls ein renommiertes Grand‑Cru‑Climat in Vosne‑Romanée, das wegen seiner Terroir‑Variation und der Vielzahl hochkarätiger Erzeuger geschätzt wird. Die Kombination aus extrem kleinteiliger Lage, kalkhaltigen Böden, Grenzlagen innerhalb der Côte de Nuits und historischer Winzerkunst macht diese Lagen besonders rar und begehrt.
Beim Sekundärmarkt sind Provenienznachweise (Lieferscheine, Kaufbelege, Lagerbestätigungen) essenziell. Originalkisten (OHK/OWC/OC) und lückenlose Lagerhistorien reduzieren das Risiko von Temperaturschäden und manipulierten Flaschen. Seriöse Auktionshäuser und Händler liefern Zustandsberichte mit Ullage‑Angaben und Fotos. Prüfen Sie Aufkleber, Etikettenrand, Korkzustand und Seriendrucke auf Echtheitsmerkmale; heikle Punkte sind außerdem korrekte Zoll‑ und Steuerabwicklung sowie Transport‑ und Lagerbedingungen vor Erwerb. Bei DRC‑Weinen (Domaine de la Romanée‑Conti) ist besondere Vorsicht geboten, weil Fälschungen und Umfüllungen hohen wirtschaftlichen Schaden verursachen können.