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nächsten Sonntag gehts auf zur vierten Schatzsuche.
Bei hochpreisigen oder zweifelhaften Funden lohnt sich eine professionelle Prüfung: chemische Analysen zur Altersbestimmung, Sensorik-Analysen und eine von anerkannten Kritikern dokumentierte Verkostung steigern Marktvertrauen. Robert Parker/Wine Advocate, James Suckling und Vinous (Antonio Galloni) beeinflussen Marktpreise; eine positive Expertenbewertung kann beim Verkauf oder zur Einlagerung im Bonded Warehouse entscheidend sein. Nutzen Sie Gutachter, wenn Provenienz fehlt, der Ullage fragwürdig ist oder das Flaschenetikett Unstimmigkeiten zeigt.
Original-Holzkisten (OHK, engl. Original Wooden Case – OWC oder Original Case – OC) sind für Sammler- und Investitionswerte essenziell. Eine intakte OHK dokumentiert Provenienz, vermindert Transportschäden und kann den Marktpreis deutlich erhöhen, besonders bei Bordeaux-Châteaux wie Château Lafite oder Château Latour. Für die Lagerung bieten sie zusätzlichen Schutz vor Licht und Temperaturschwankungen; bei Versicherung und Auktionen empfiehlt sich die Aufbewahrung im Originalversandkarton. Wichtig: Kistenzustand fotografisch festhalten und Feuchtigkeit sowie Schimmel kontrollieren.
Größere Formate reifen langsamer und gleichmäßiger: Ein Magnum (1,5 l) altert in vielen Fällen besser als eine 0,75‑l‑Standardflasche, was bei burgundischen Premiers Crus und Grand Crus oft zu überlegener Trinkreife führt. Große Formate sind zudem auf Auktionen seltener und können höhere Preise erzielen, aber die Marktliquidität ist geringer. Für Lagerung und Versicherung sind Platzbedarf und Handhabung zu berücksichtigen. Bei sehr alten Jahrgängen (z. B. Bordeaux‑Altbeständen) sind gut erhaltene Großformate besonders gesucht.
VDP steht für Verband Deutscher Prädikatsweingüter, ein Qualitätsverband mit eigener Klassifikation. VDP.Grosses Gewächs (GG) sind trocken ausgebaute Spitzenlagenweine, vergleichbar mit Premier- oder Grand‑Cru‑Qualitäten, während QbA (Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete) eine breitere, gesetzliche Qualitätsstufe ist. Zwischen QbA und VDP.GG liegen Stil, Terroir-Fokus und oft auch Preis sowie Alterungspotenzial. Begriffe wie Erste Lage (VDP) markieren die Stufe unter dem Großen Gewächs und sind bei deutschen Sammlern ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.
Der Sekundärmarkt wird von Auktionshäusern (Sotheby's, Christie's), spezialisierten Händlern und Plattformen geprägt. En Primeur (EP) ist der Kauf von Weinen im Fass, typisch für Bordeaux, mit zusätzlicher Preis- und Lieferlogik. Für seltene Flaschen entscheiden Provenienz, Lagerung (Bonded Warehouses) und Bewertungsnoten von Kritikern (Robert Parker/Wine Advocate, James Suckling, Vinous) über Nachfrage und Preis. Käufer sollten Käuferprovisionen, Steuern, Lagerkosten und Echtheitszertifikate einrechnen. Bei hochpreisigen Losen empfiehlt sich eine Vorabprüfung durch ein etabliertes Auktionshaus.
Kurzfristig in einen kühlen, dunklen, vibrationsfreien Raum bringen und liegend lagern, um den Korken feucht zu halten. Langfristig ist eine konstante Temperatur um 12°C mit 60–70% relativer Luftfeuchte ideal. Original-Holzkisten oder OWC sollten intakt bleiben und kartonierte Kisten zusätzlichen Schutz bieten. Für wertvolle Funde empfiehlt sich eine Bestandsaufnahme mit Fotos, ein Zustandsbericht (Ullage, Etikettenschäden) und eine spezialisierte Transport- und Lagervereinbarung (Bonded Warehouse). Eine spezialisierte Kunst- und Weinsammlung-Police deckt Bruch, Diebstahl und Temperaturschäden ab.
Der Füllstand ist bei gereiften Flaschen ein zentraler Qualitätsindikator. High Fill (HF) oder Into Neck (IN) deuten auf minimale Verdunstung und guten Schutz hin; Top Shoulder (TS) ist bei Weinen über 20 Jahre akzeptabel. Very High Shoulder (VHS), Mid Shoulder (MS) oder Low Shoulder (LS) erhöhen das Risiko von Oxidation. Bei Spitzenweinen wie Château Margaux oder Flaschen aus dem Hause Domaine de la Romanée-Conti entscheidet der Ullage oft über Trinkbarkeit und Preis. Immer dokumentieren und bei Unsicherheit einen erfahrenen Restaurator oder Gutachter hinzuziehen.
Bei einer Fund-Entdeckung stehen Etikett, Capsule, Korkbild, Glasprägung und Rückseitendruck im Vordergrund. Vergleichen Sie die Etikette mit Referenzbildern von Referenzweingütern wie Château Lafite Rothschild, Château Margaux oder Domaine de la Romanée-Conti; inkonsistente Druckqualität, falsche Schriftarten oder fehlende Prägestempel sind Warnsignale. Ebenfalls entscheidend ist die Provenienz: Rechnungen, Lagerbestätigungen oder Diskussionsprotokolle von Auktionen erhöhen die Glaubwürdigkeit. Bei Zweifeln helfen spezialisierte Gutachter, Auktionshäuser oder Laboranalysen (Isotopen- und Bestandteile-Tests). Domaine de la Romanée-Conti (DRC) oder bekannte Burgunder sind häufige Bezugspunkte beim Vergleich von Etiketten und Flaschenformen.